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Fortlaufende Rechnungsnummern einfach erklärt

Was 'fortlaufend' bei Rechnungsnummern wirklich bedeutet, ob Lücken erlaubt sind und wie du einen sauberen Nummernkreis aufbaust. Für Österreich und Deutschland.

2 Min. Lesezeit

Die Rechnungsnummer ist eine Pflichtangabe, und gleichzeitig eine der häufigsten Quellen für Unsicherheit: Muss ich bei 1 anfangen? Darf eine Nummer fehlen? Sieht der Kunde, wie wenige Rechnungen ich schreibe? Hier sind die Antworten.

Was das Gesetz wirklich verlangt

Sowohl das österreichische (§ 11 UStG) als auch das deutsche Umsatzsteuerrecht (§ 14 UStG) verlangen eine fortlaufende Nummer mit einer oder mehreren Zahlen- oder Buchstabenreihen, die zur Identifizierung der Rechnung einmalig vergeben wird.

Daraus folgen genau zwei harte Regeln:

  1. Einmaligkeit: Keine Nummer darf doppelt vergeben werden.
  2. Fortlaufend: Die Nummern müssen einer nachvollziehbaren Systematik folgen.

Was das Gesetz nicht verlangt: einen Start bei 1, ein bestimmtes Format oder dass die Nummern lückenlos beim Finanzamt gemeldet werden.

Sind Lücken erlaubt?

Die ehrliche Antwort: Lücken sind kein Gesetzesverstoß, aber ein Prüfungsrisiko. Fehlt die Rechnung 2026-042 zwischen 041 und 043, fragt der Prüfer, wo sie ist. Kannst du es erklären (Storno, Fehlbuchung des Systems, abgebrochener Entwurf), ist alles gut. Kannst du es nicht, liegt der Verdacht nahe, dass Einnahmen fehlen, und das kann zur Schätzung führen.

Praktisch heißt das:

  • Stornierte Rechnungen aufbewahren, nicht löschen. Die Nummer bleibt vergeben, das Storno dokumentiert die Lücke.
  • Keine Entwürfe mit echten Nummern erzeugen. Nummer erst vergeben, wenn die Rechnung wirklich rausgeht.

Mehrere Nummernkreise: ausdrücklich erlaubt

Du darfst getrennte Kreise führen, z. B.:

  • 2026-A-001 für Inlandskunden, 2026-B-001 für EU-Kunden
  • je ein Kreis pro Standort oder Geschäftsbereich
  • ein eigener Kreis für Gutschriften

Bedingung: Jeder Kreis ist für sich fortlaufend und systematisch. Dokumentiere die Logik kurz, spätestens bei der Prüfung zahlt sich das aus.

Ein gutes Nummernschema

Bewährt hat sich Jahr + laufende Nummer:

2026-001, 2026-002, 2026-003 …

Vorteile:

  • Das Jahr macht die Nummer sofort einordbar.
  • Der Kreis startet jedes Jahr neu, keine endlos wachsenden Zahlen.
  • Wer nicht zeigen will, wie viele Rechnungen er schreibt, startet einfach bei einer höheren Zahl (z. B. 2026-101). Das ist zulässig, denn fortlaufend heißt nicht „beginnend bei 1".

Typische Fehler

  • Nummer doppelt vergeben, weil zwei Vorlagen parallel im Umlauf sind (der Word-Excel-Klassiker).
  • Format mitten im Jahr ändern ohne Dokumentation.
  • Rechnung nachträglich umnummerieren. Niemals. Einmal vergeben ist vergeben; Fehler werden per Storno und Neuausstellung korrigiert.
  • Kleinunternehmer denken, sie brauchen keine Nummern. Doch, die Pflicht zur fortlaufenden Nummer gilt unabhängig von der Umsatzsteuerbefreiung (nur Kleinbetragsrechnungen sind ausgenommen).

Fazit

Rechnungsnummern sind ein gelöstes Problem, wenn ein System sie vergibt: einmalig, fortlaufend, lückenlos dokumentiert. Riskant wird es nur dort, wo Nummern von Hand in Vorlagen getippt werden. Genau dafür gibt es Software: Sie zählt besser als wir.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall sprich mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.

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